Kategorie-Archiv: Pressemitteilung

Solidaritätsnote zur Besetzung des ehemaligen Elisabethheims in Rostock

Der Awiro e.V. erklärt sich hiermit ausdrücklich mit der Initiative zur Besetzung des ehemaligen Elisabethheims solidarisch. Dabei geht es uns nicht um die Romantisierung und den Erhalt möglicherweise maroder alter Bausubstanz. In einer Situation, in der der Prozess der sozialen Verdrängung im Stadtkern der Hansestadt Rostock immer stärker wird, ist diese Besetzung ein wichtiges aktionistisches Zeichen gegen diese Zustände. Insbesondere einkommensschwache Menschen und nicht-gewinnorientierte Initiativen werden durch die massiven Mietsteigerungen an den Rand der Stadt gedrängt. Die von der Bundesregierung beschlossene Mietpreisbremse ist wirkungslose Augenwischerei. Eine Besetzung als Form der gesellschaftlichen Aneignung von Privateigentum dagegen, stellt die Eigentumsverhältnisse konkret in Frage. Das begrüßen wir!

Der Verein alternatives Wohnen in Rostock e.V. steht in der Tradition der Hausbesetzungen der 1990er Jahre. Die Vereinsräumlichkeiten sind von der Stadt Rostock zähneknirschend als Austauschobjekte zu besetzten Häusern zur Verfügung gestellt worden. Doch auch der Awiro e.V. ist in seinen Räumen nur geduldet und wird sich über kurz oder lang dem Profitstreben der Immobilienunternehmen widersetzen müssen. Wir kämpfen also den gemeinsamen Kampf mit den einkommensschwachen Menschen und den sozialen non-profit Initiativen gegen Verdrängung und Mietwahnsinn. Letztendlich ist dieser Entwicklung nur durch die Vergesellschaftung des Privateigentums an Wohnraum zu begegnen. Jedoch können Aktionen, wie die Aneignung von leerstehendem, staatlichen oder privaten Eigentum den Druck auf die politischen Entscheidungsträger_innen in Bezug auf die Frage der sozialen Verdrängung erhöhen und die unzumutbare Situation in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

Wir werden auch weiterhin solidarisch mit den Besetzer_innen sein und rufen zur Teilnahme an ihren Aktionen und Demonstrationen auf. Darüber hinaus rufen wir auf sich mit dem Themen Gentrifizierung und kapitalistischer Stadtentwicklungspolitik auseinanderzusetzen und zu einem progressiven, antikapitalistischen Diskurs beizutragen!

Weitere Informationen rund um die Initiative Betty bleibt!

PRESSEMITTEILUNG: Zweiter Neonazi-Angriff innerhalb einer Woche auf die Jugendbegegnungsstätte „Café Median“

Am Donnerstag, den 22. Dezember kam es zu einem erneuten Angriff auf die Projekthäuser des Alternativen Wohnen in Rostock (AWIRO) e.V. durch Neonazis. Gegen 3 Uhr in der Nacht formierten sich circa zehn schwarz gekleidete Personen dabei im Eingangsbereich der Jugendbegegnungsstätte „Café Median“ und versuchten sich gewaltsam Zugang zu dieser zu verschaffen. Hierbei benutzten sie einen stumpfen Gegenstand, vermutlich einen massiven Hammer, mit dem sie mehrfach auf die verglaste Tür einschlugen. Dadurch entstand ein erheblicher Sachschaden an der Tür. Da ihnen das Eindringen in das Gebäude nicht gelang, floh die Gruppe daraufhin in Richtung Heiligen-Geist-Kirche und weiter in die Ottostraße.

Bereits am vergangenen Sonntag kam es zu Einschüchterungsversuchen durch Neonazis. Eine etwa 20-köpfige, vermummte Personengruppe verbrannte vor den Projekthäusern des AWIRO e.V. eine Fahne der Antifaschistischen Aktion. Zudem veröffentlichte die Neonazi-Gruppierung „Infoflut Rostock“ in den sozialen Medien eine Liste mit Namen von AnwohnerInnen der gesamten Niklotstraße.
„Wir sehen uns in den letzten Tagen mit einer beachtlichen neonazistischen Offensive gegen den AWIRO e.V. und seine Räumlichkeiten konfrontiert. Der Versuch des gewaltsamen Eindringens in unsere Jugendbegegnungsstätte markiert einen vorläufigen Höhepunkt dieser Offensive“, stellt Frida Behrens vom AWIRO e.V. fest. Der jüngste Vorfall zeigt auf, dass brutale Gewalt ein selbstverständliches politisches Mittel von Neonazis darstellt. Behrens merkt hierzu an: „Wir als freier Träger der selbstverwalteten Jugendarbeit sehen uns in unseren Bemühungen bestätigt, diesem Hass durch Bildungsangebote solidarische und emanzipatorische Perspektiven entgegenzusetzen“.

Der AWIRO e.V. mit seinen Mitgliedern ist als fester Anlaufpunkt für nicht-rechte Jugendliche in der Stadtgesellschaft Rostocks verankert und wird sich durch gewaltsame Attacken von Neonazis nicht einschüchtern lassen. Vielmehr wird er seine Arbeit intensivieren und möchte andere zivilgesellschaftliche Akteure ermutigen, im Kampf gegen neonazistische Umtriebe in der Stadt zusammenzustehen und sich mit Opfern von rechter Gewalt zu solidarisieren.

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PRESSEMITTEILUNG: Neonazi-Provokation vor der Jugendbegegnungsstätte „Café Median“

Am Sonntag, den 18. Dezember, kam es in der Niklotstraße direkt vor den Projekthäusern des Alternativen Wohnens in Rostock (AWIRO) e.V. zu einem Einschüchterungsversuch durch eine Gruppe Neonazis. Circa 15-20 schwarz gekleidete Personen formierten sich um circa 12.30 Uhr vor der Eingangstür des Café Median. Dabei verbrannten sie mit Hilfe eines pyrotechnischen Gegenstands eine Fahne der Antifaschistischen Aktion, welche sie mit sich führten. Kurz darauf floh die Gruppe in Richtung Heiligen-Geist-Kirche und verteilte sich im Viertel. Beobachtet wurden sie dabei von Anwohner*innen und Menschen in den Projekthäusern.

Diese gezielte Provokation der Neonazi-Szene richtet sich einerseits gegen die Projekthäuser des AWIRO e.V. mit seiner selbstverwalteten Jugendbegegnungsstätte „Café Median“ als bekannten Standort politischen und zivilgesellschaftlichen Engagements. Darüber hinaus richtet sich diese Aktion auch gegen alternative Lebensentwürfe im Allgemeinen, die wir in solidarischer Nachbarschaft miteinander zu verwirklichen suchen. „Der AWIRO e.V. wird sich von derlei Provokationen nicht einschüchtern lassen, sondern dem rassistischen und chauvinistischen Weltbild der Neonazis durch tagtägliche Jugend- und Bildungsarbeit Konzepte einer solidarischen und emanzipatorischen Gesellschaft entgegensetzen.“ stellt Frida Behrens vom AWIRO e.V. klar.

Nichtsdestotrotz sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich der heutige Vorfall in eine ganze aktionistische Offensive der Neonazis einreiht, die offenbar auch vor unserer Nachbarschaft keinen Halt macht. Ebenso kam es in der letzter Nacht auch im Stadtteil Groß Klein zu einem gewalttätigen rassistischen Übergriff.

Die Kröpeliner-Tor-Vorstadt bleibt für uns ein weltoffener und bunter Stadtteil Rostocks. Dies gilt es weiterhin zusammen zu gestalten und jeden Tag auf’s Neue zu verteidigen. Nur so lässt sich ein solidarisches und emanzipatorisches Miteinander auch in die gesamte Stadtgesellschaft tragen. Neonazis gilt es in allen Lebensbereichen entschlossen gegenüber zu treten – ob am Arbeitsplatz, in der Schule, an der Uni, in der Freizeit oder in der Nachbarschaft.
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Pressemitteilung: Awiro e.V. gewinnt im Streit um Verfassungsschutzbericht 2011

Gegen die Nennung unserer Jugendbegegnungsstätte „Cafe Median“ im Verfassungsschutzbericht 2011 haben wir vor dem Verwaltungsgericht Schwerin geklagt. Mit Erfolg! Die Nennung ist rechtswidrig. Gleichzeitig haben das Peter-Weiss-Haus und das Greifswalder IKuWo geklagt, ebenfalls erfolgreich. Wir freuen uns und beglückwünschen die anderen Projekte. Unseren guten Freunden von Feine Sahne Fischfilet, in deren Fall die Entscheidung des Gerichts noch aussteht, drücken wir die Daumen!

Im Folgenden die Pressemitteilung:

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Versuchter Brandanschlag auf antifaschistisches Jugendprojekt in Rostock

Unbekannte Täter werfen Molotow-Cocktail auf alternatives Wohnprojekt in Niklotstraße

In der Nacht zum Sonntag haben gegen Mitternacht unbekannte Täter einen Brandsatz auf das Wohnhaus Niklotstraße 6 geworfen, das Teil des Wohn- und Jugendprojektes Alternatives Wohnen in Rostock e.V. (AWIRO) ist. Der Molotow-Cocktail zerschellte an der Häuserwand, ohne dass der Inhalt in Brand geriet. Die Projekthäuser des AWIRO e.V. sind wegen des antifaschistischen Engagements des Vereins in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Neonazis geworden.

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