Versuchter Brandanschlag auf antifaschistisches Jugendprojekt in Rostock

Unbekannte Täter werfen Molotow-Cocktail auf alternatives Wohnprojekt in Niklotstraße

In der Nacht zum Sonntag haben gegen Mitternacht unbekannte Täter einen Brandsatz auf das Wohnhaus Niklotstraße 6 geworfen, das Teil des Wohn- und Jugendprojektes Alternatives Wohnen in Rostock e.V. (AWIRO) ist. Der Molotow-Cocktail zerschellte an der Häuserwand, ohne dass der Inhalt in Brand geriet. Die Projekthäuser des AWIRO e.V. sind wegen des antifaschistischen Engagements des Vereins in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Neonazis geworden.

Anwohner der Nachbarshäuser und Gäste der Cafés in der Straße berichteten von zwei vermummten Tätern, die den Brandsatz geworfen haben und anschließend geflohen sein sollen. Die Polizei hat bereits mit ihren Ermittlungen begonnen. Aufgrund der Häufigkeit von Angriffen in den letzten Jahren ist es möglich, dass Neonazis den Anschlag verübt haben. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu einschlägigen Schmierereien, zu Steinwürfen oder sogar zu einem Buttersäureanschlag. Ein Schwerpunkt des AWIRO e.V. ist politische Bildungsarbeit gegen Rechts. Die NPD versucht regelmäßig, das Jugendprojekt als „linksextrem“ zu diffamieren. Auch die Neonazi-Szene um die Kameradschaft „Nationale Sozialisten Rostock“, zu der auch Michael Fischer in führender Position zu rechnen war, ist immer wieder mit kriminellen Aktivitäten gegen den Verein aufgefallen.

„Nur durch Zufall traf der Brandsatz kein Fenster und richtete weiteren Schaden an“, teilt Vera Wendt, Sprecherin des AWIRO e.V., mit. „Hätten die unteren Etagen in dem Wohnhaus, in dem sich zu dem Zeitpunkt Menschen aufhielten, Feuer gefangen, wären die Folgen fatal gewesen. Sollten Neonazis hinter dem Angriff stecken, offenbart dies einmal mehr die Gewaltbereitschaft der rechten Szene, die auch den Tod von Menschen in Kauf nimmt.“

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